unterwegs

Papstbesuch
im Mutterhaus der Salvatorianer

P. Alex McAllister, SDS


Im Oktober vergangenen Jahres richtete P. Karl Hoffmann SDS, Generalsuperior der Salvatorianer, eine formelle Einladung an Papst Johannes Paul II. zu einem Besuch des Mutterhauses an der Via della Conciliazione.Ein Besuch des Papstes am Grab P. Jordan's würde ein sehr passender Abschluss zu den Jubiläumsfeierlichkeiten für den Gründer sein, schrieb P. Karl im Brief an Johannes Paul II.

Am vergangenen 19. März dann, am Fest des Hl. Josef, der grosse Tag: der Heilige Vater schaut nicht nur zu einer Kurzvisite herein, sondern bleibt auch zum Essen!

Eine lustige Anekdote allerdings steht am Anfang der Diskussion um den Papst-Besuch im Mutterhaus. P. Tadeusz Styczen SDS, der Nachfolger Karol Woytila's als Inhaber des Lehrstuhles für Ethik an der Universität von Lublin und langjähriger guter Bekannter des Papstes, machte letzten Sommer in einem Gespräch mit Johannes Paul II. über die Jubiläumsfeierlichkeiten von P. Jordan eine Bemerkung. Er sprach die unmittelbare Nähe des Mutterhauses zum Vatikan an. Darauf reagierte der Papst seinerseits mit einer Andeutung: «Wenn das so ist, warum laden Sie mich nicht einmal zu einem Besuch ein?»

Zusammen mit den beiden Generalaten der Patres und Schwestern Salvatorianerinnen verbrachte der Papst einige Minuten in Stille vor dem Grab in der Gründer&endash;Kapelle.In der nebenanliegenden Hauskapelle versammelte sich die ganze Hausgemeinschaft zum Treffen mit dem Heiligen Vater. P. Karl Hoffmann begrüsste ihn mit den Worten: «Wir sind Ihre Nachbarn. In Ihrer Aufgabe, der Welt im neuen Jahrtausend das Heil zu bringen, können Sie sich auf uns als wahre Mitarbeiter verlassen.» Anschliessend richtete der Papst selbst das Wort an die Anwesenden. Seine Rede ist auf diesen Seiten abgedruckt.

Die Gemeinschaft des Mutterhauses war sehr geehrt, Johannes Paul II. willkommen zu heissen. Sie ist sich auch des besonderen Grundes dieses Papstbesuches bewusst - um vor dem Grab unseres Gründers Franziskus Jordan zu beten. Dieser Besuch ist eine weitere offizielle Anerkennung für die Wichtigkeit und Gültigkeit des Charismas von P. Jordan für unsere Gesellschaft und für die Kirche. Diese Anerkennung wird sicher helfen, die Seligsprechung weiter zu bringen und P. Jordan weit herum bekannt zu machen.


Worte des Papstes an die Gemeinschaft des Mutterhauses
in Rom am 19. März 1999

Es ist mir eine grosse Freude, heute mit euch, den Mitgliedern der Gesellschaft des Göttlichen Heilandes, zusammen zu sein, und ich danke Pater Hoffmann für seinen freundlichen Willkommensgruss Ich grüsse euch alle in der Liebe des Erlösers. «Gnade sei mit euch und Friede von Gott, unserem Vater, und dem Herrn Jesus Christus» (Röm 1,7).

Heute machen wir eine kurze Pause auf unserem Weg der Fastenzeit und feiern das Fest des hl. Josef, des Gatten der sel. Jungfrau Maria und Patrons der ganzen Kirche. Die Betrachtung von Josefs Haltung, des liebevollen Schutzes und der Fürsorge gegenüber Maria und dem Jesuskind liefert eine Art Rahmen für meinen Besuch bei euch an diesem Nachmittag. Ähnliche Empfindungen fanden sich nämlich bei eurem Gründer, Pater Franziskus Maria vom Kreuz Jordan, an dessen Grab ich gerade gebetet habe, denn er war voller Ergebenheit gegenüber der Mutter unseres Herrn und voller Eifer für Christus und seine Kirche. Dieser Eifer und diese Ergebenheit führten Pater Jordan dazu, bei seiner Rückkehr nach Rom aus dem Heiligen Land zusammen mit zwei weiteren Priestern seine Gelübde abzulegen und den Namen Franziskus Maria vom Kreuz anzunehmen. So entstand die Gesellschaft des Göttlichen Heilandes; sie ist seitdem gewachsen und hat das gnadenreiche Werk seines Apostolats in alle Erdteile gebracht.

Es fällt nun euch zu, liebe Brüder und Schwestern, die Vision P. Jordans, nämlich Christus als Heiland der Welt bekannt zu machen, weiterzuführen. Ja, auf der Schwelle zum dritten christlichen Jahrtausend haben die heutigen Männer und Frauen mehr denn je das Bedürfnis nach diesem Wissen und dieser Wahrheit, die sie befreien wird (vgl. Joh 8,32). «Das ist das ewige Leben: dich, den einzigen wahren Gott, zu erkennen und Jesus Christus, den du gesandt hast» (Joh 17,3). Durch das Zeugnis eures Engagements und durch das Beispiel eurer unermesslichen Grossherzigkeit und Liebe &endash; wie sie schon vom hl. Josef und von eurem Gründer gezeigt wurden &endash; wird die Welt immer mehr von ihrer Unterjochung durch Sünde und Tod befreit, wird das Evangelium mit grösserem Enthusiasmus und grösserer Kraft verkündet, wird der Glauben zunehmen und wird die Kirche selbst in Heiligkeit und Gnade wachsen. Diese Ereignisse sind einem sicher, wenn man sein Leben dafür einsetzt, dass andere den Glauben und die Hoffnung haben.

Daher rufe ich auf alle Salvatorianer den Schutz des hl. Josef herab; dies ist am heutigen Tag, der dem Gedenken an den Nährvater unseres Herrn gewidmet ist, besonders angezeigt. Durch seine machtvolle Fürsprache bete ich dafür, dass ihr auch in Zukunft ein beredtes und treues Zeugnis für das Charisma von Pater Franziskus Maria vom Kreuz ablegt, dass ihr von einer starken Liebe zu Christus und seiner Kirche und von grosser Hingabe an seine selige Mutter erfüllt seid; und dass euer Leben des selbstlosen Dienens &endash; vor allem unter den Jugendlichen und in den Missionen &endash; auch andere dazu anrege, immer vollkommener am Glauben festzuhalten, damit sie «das Wort Gottes hören und es befolgen» (Lk 11,28; vgl. Mt 1,24), Der Überreiche Segen des allmächtigem Gottes sei allezeit mit euch!


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